Schmusen verboten

EURO-Tagebuch

Tag 27: Das Ziel: Totale Kontrolle

Die UEFA möchte keine Kinder von Spielern auf dem Rasen sehen. Warum stören den Verband diese Szenen nach Schlusspfiff, die doch eher noch größere Popularität ermöglichen?

Die Antwort ist recht einfach: diese Bilder sind keine Erfindung der UEFA-Inszenierung.

Fremde Kinder an der Hand von Spielern vor der Partie sind in Ordnung, denn das wird von McDonald’s gesponsort. Eigene Kinder nach dem Spiel sind dagegen nicht vorgesehen und deshalb nicht erwünscht.

Die Regisseure der UEFA ertragen nicht einen Funken Spontaneität. Die EM ist ein Produkt und Produkte sind nicht spontan. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass der Fußball nichts mehr vom wirklichen Leben hat. Wer einmal die Champions-League-Kontrolleure vor einem Spiel bei der Stadionbesichtigung erlebt hat, der weiß: es geht um Durchinszenierung und totale Kontrolle.

Weil aber diese Bilder von Spielern mit ihren Kindern eigentlich ja sehr herzig sind und vielleicht noch mehr Zuschauer, die ansonsten von Fußball keine Ahnung haben, anlocken, können wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass demnächst vorgeschrieben wird, dass die Spieler nach Schlusspfiff mit ihren Kindern schmusen müssen.

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