Mit dünner Nadel gestrickt

EURO-Tagebuch

Tag 10: Schlechte Werbung

Die Vorrunde ist noch nicht beendet, doch einen Verlierer hat die Fußball-Europameisterschaft schon: “Puma”.

Fassunglosigkeit überall: beim Schweizer Spiel gegen die Franzosen rissen gleich sechs eidgenössische Trikots. Die Boulevard-Zeitung “Blick” fragte besorgt: “Was ist bloß mit unseren Nati-Shirts los?”

Ja, das fragt sich die ganze Welt. Zuerst zerriss der Franzose Sagna das Trikot von Mehmedi. Dann hielt das Leibchen von Xhaka dem Belastungstest von Pogba nicht stand. Auch die Hemden von Schär, Behrami, Dzemaili und Embolo wurden zerfetzt. Und Xhaka musste in der Schlussphase gar ein zweites Mal wechseln. Die Schweizer Bekleidung – eine Lachnummer in einem Spiel, in dem sonst nichts passierte.

Ratlosigkeit auch bei der Ausrüsterfirma “Puma”. Patrick Abatangelo, der für die Firma bei der Mannschaft ist, jammerte: “Wir hatten noch nie Probleme mit den Shirts. Weder bei der italienischen Nati noch bei Arsenal.” Soll das heißen, dass die Schweizer Spieler die Dinger irgendwie falsch handhaben? “Puma” kündigte für den Montag eine Stellungnahme an. Das ist aber wohl auch das Mindeste.

Trainer Vladimir Petkovic flüchtete sich auf Nachfragen in üble Verdächtigungen: “Arbeiten Sie für Nike? Wenn ein Trikot gezogen wird, dann kann es eben kaputt gehen.”

Wir haben das Spiel garnicht so leidenschaftlich in Erinnerung.

Eine mögliche Erklärung: die Trikots sind deutlich enger als die, die man als Fan kaufen kann. Sie sind aus einem speziellen Material, dass die Energiezufuhr unterstützen soll. Da das offensichtlich nicht funktioniert hat, sind die Leibchen wohl spröde geworden.

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