EURO 2016

EURO-Tagebuch

Tag 1: Lob, Tadel und ein Brechmittel

Beflaggte Autos, bemalte Menschen – ja, es ist wieder soweit. Neben den Fans, die alles mitmachen, tauchen nun auch wieder diese Leute auf, die nur alle zwei Jahre ihr Herz für den Fußball entdecken. Und das auch nur, weil es ein Event ist: Anlass egal. It’s only a game.

Lob…

…für Viktor Kassai, den ungarischen Schiedsrichter des Eröffnungsspiels. Als die Franzosen in der Nachspielzeit noch einmal wechselten, ließ er eine weitere Minute nachspielen. Das hat hoffentlich Vorbildcharakter, zudem es genau so in den Regeln steht, aber leider so gut wie nie praktiziert wird.

Tadel…

…leider auch für Viktor Kassai. Ja, vor dem Elfmeter für Rumänien hat eine Berührung stattgefunden. Das reicht inzwischen leider aus, wie die deutschen Reporter ja seit Jahren nicht müde werden zu betonen. Aber mein Gott, wir sind doch nicht beim Basketball! Und wenn Kassai diesen Strafstoß gibt, dann muss er den gegen Giroud auch geben, denn da hat ja – eine noch viel “schlimmere” – Berührung stattgefunden. Nee, das macht keinen Spaß.

Zum Kotzen…

ⓒ by Hasso Nickelé
…sind die Presse-Konferenzen des DFB ja schon seit langem. Aber dieser Verband schafft es immer wieder, noch eine Steigerung des Ekelfaktors zu erreichen. Durch jahrelange Zermürbungstaktik haben es die deutschen Fußball-Oberen geschafft, sich eine willfährige Entourage von Journalisten zu erziehen, deren dümmliche Fragen den Zuhörer schon erröten lassen.
Am Eröffnungstag wurde diese Durch-Inszenierung des Sinnlosen noch getoppt: am Ende durften die Einlaufkinder des Ukraine-Spiels Fragen stellen mit der Ankündigung, jetzt würden die wirklich harten Fragen gestellt. Und natürlich wurde darauf hingewiesen, dass McDonald’s diese Idee unterstützt. Alles hübsch auswendig gelernt und die Fragen waren ebenso ekelerregend wie die dämlichen Antworten. Selbst Schuld, wer sich so einen Schwachsinn überhaupt noch anguckt.

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