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“Die Mannschaft” im Morgengrauen

Fußball-Business Deutschland

Die EURO naht und damit auch wieder die Überschwemmung mit blöden Werbespots rund um die deutsche Nationalmannschaft. Der blödeste und auch seltsamste: der von der Commerzbank.

Eine Gruppe von Kapuzenmännern trabt durch eine frühmorgendliche Stadt. Der Anführer labert in breitestem Schwarzwälder Dialekt wirren neoliberalen Unsinn von Leistung, Erwartung et cetera. Der Trainingslauf endet nicht zufällig vor einer Filiale der Commerzbank. Die Männer ziehen ihre Kapuzen herunter und siehe da: es sind Jogi Löw und seine deutschen Nationalspieler!

Hmmm – etwas ist doch komisch daran, oder? Wenn jemand für den FC Bayern spielt, hat er einen Vertrag dort. Ebenso bei jedem anderen Verein. Zur Nationalmannschaft jedoch wird man eingeladen.

Nach dem Spot mit der Commerzbank ist die Frage: kann man eigentlich Nationalspieler werden und nicht für die Commerzbank werben? Oder umgedreht: kann man nur Nationalspieler werden, wenn man sich bereit erklärt, für die Commerzbank zu werben?

Wie wäre es denn, wenn ein ganz toller Spieler, den Jogi Löw unbedingt haben will, partout nicht für die Commerzbank werben will, weil sein Vater seine über Jahrzehnte mühsam erschuftete Kohle in der Bankenkrise durch die Commerzbank verloren hat? Hat der Spieler dann noch eine Chance, in die Nationalelf berufen zu werden?

Das hätten wir gern mal gewusst. Vielleicht erklären sich dadurch ja manche der kuriosen Löw’schen Personalentscheidungen, die vor jedem Turnier inzwischen schon Tradition haben.

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