Neues Stadion in Fürth

Greuther Größenwahn?

Szene / Fußball-Business Deutschland
“Neues Zuhause für Fürth – Stadion für 35 Millionen geplant”.

So schrieb die Neue Presse am 16.03., und rp-online bestätigte die Zahl. Für einen Verein, der zwar wieder mal auf dem Weg in die Bundesliga ist, aber diese Saison auch nur einen Zuschauerschnitt von knapp 10.000 Zuschauern aufweist, also ein völlig überdimensioniertes Projekt. Doch in Wirklichkeit ist natürlich alles anders.

Warum der Fürther Fußball mit dem Umzug eigentlich wirklich erst nach Hause kommt und warum das gigantische Projekt wirklich angegangen wird,

weiß aber wirklich wieder mal nur press-schlag.de

Fürth’s Football is coming home

Bye-bye Ronhof, Playmobil-Stadion und Trolli Arena am alten Standort – das hundertjährige Bestehen der Spielstätte wurde zwar vor zwei Jahren vom Verein noch mit einer Trikot-Sonderedition begangen, aber nun hat man in Fürth die Nase endgültig voll. Ein neues Stadion musste her – was fehlte, war das nötige Geld und ein neuer Standort.

Wie im Märchen lösten sich beide Probleme aber auf ebenso wundersame wie heimatverbundene Weise: ein 46-jähriger Vermögensverwalter und Fürth-Fan will die Kosten für den Neubau stemmen. Und das gesuchte Areal wurde im Süden der Stadt auf dem Gelände der Mederer Süßwarenvertriebs GmbH gefunden – die auch die Trolli Fruchtgummis produziert, die zuletzt dem alten Stadion den Namen gaben und wohl auch Taufpate der neuen Spielstätte (bislang noch unbestätigter Name: Neue Trolli-Arena im Fruchtgummi-Park) werden!

Fassungslos über`s Fassungsvermögen?

Also, klar, ein Stadion für 35 Millionen scheint für einen Klub wie die SpVgg Greuther Fürth auf den ersten Blick eine Nummer zu groß. Und für die Stadt Fürth, wo vielleicht höchstens 35 Millionen Fruchtgummi-Otternasen jährlich das Trolli-Gelände verlassen, aber keine solche Zahl wohl jemals das Stadion ausverkauft machen wird. Nicht mal, wenn “Edelfan” Henry Onwuzuruike dem Verein wie versprochen die Ehre bei seinem ersten Bundesligaspiel nach dem Aufstieg erweist.

Onwuzuruike? Ach nee, Kissinger, Henry Kissinger. Der beinahe 90-jährige ehemalige US-Außenminister lässt sich ja seit einem Jahrhundert über die Ergebnisse der Spielvereinigung informieren – inzwischen sogar vom “Intrenet”, wie focus-online zu berichten weiß.

Klar wie Kloßbrühe

Im Grunde handelt es sich bei der Verwirklichung des kolossalen Projekts aber nur um einen weiteren Ausdruck des alten Nachbarschaftsstreits mit der Stadt Nürnberg.

Das Ganze lässt sich also eigentlich doch bloß mit einem Augenzwinkern kommentieren – ist doch verständlich, dass die Fürther den bislang größten Stadionbau Deutschlands in der Nachbarstadt (Foto s. unten) überftrumpfen wollen.

Foto: Bundesarchiv Bild 183-C12701

Quellen: rp-online und sport1

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