Stadion von Newcastle United wird umbenannt

We are not amused!

Fußball-Business International

Der legendäre St. James’ Park, Heimstätte von Newcastle United, verliert nach 119 Jahren seinen Namen. Die Klubführung hatte sich entschlossen, die Namensrechte an dem Stadion zu verkaufen. Somit heißt die Arena ab sofort “Sports Direct Arena”.

“Wir wollen weiter erfolgreich sein und den Verein auf eigene Füße stellen. In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten übernehmen wir die Verantwortung, alle Einnahmen zu maximieren.”

Mike Ashley, Besitzer von Newcastle United

Freiburg? Egal…!?

Die Kommerzialisierung des Fußballs schreitet unaufhaltsam voran. Längst haben sich die Fans mit Veränderungen wie etwa Umbenennungen ihrer Stadien arrangiert. So berühren einen Meldungen wie etwa dieser Tage, dass das Stadion des SC Freiburg ab dem kommenden Jahr “Mage-Solar-Stadion” heißen soll, nur noch wenig. Der bisherige Name “badenova-Stadion” galt ja auch schon seit 2004, sodass das ursprüngliche Dreisamstadion sowieso schon beinahe in Vergessenheit geraten ist.

Nun also “Mage-Solar-Stadion” (in Fachkreisen nennt man diese Umbenennung einer Umbenennung übrigens “Rebranding” – man frage nur mal beim Hamburger SV nach, wie dessen Stadion jetzt gerade eigentlich heißt…) nach einem Sponsor, Hersteller von Photovoltaik-Anlagen. Na und? Irgendwie wollten die in Freiburg doch sowieso bald ein neues Stadion bauen, oder? Vielleicht wird`s dann ja gleich wieder umbenannt.

Augsburg? Egal…!?

Oder neulich: wir schauen ein Heimspiel des FC Augsburg, da erregt eine Werbebande unser Aufsehen, auf der zu lesen ist: “Passion for Carbon”. Da fragt man sich natürlich schon – Werbeeffekt erreicht – was hinter so einer dämlichen Aussage versteckt. Und da fällt’s einem gleich wieder ein: stimmt ja, die ehemalige “Augsburg Arena” bzw. “impuls arena” heißt ja seit Beginn der Saison “SGL arena” (Obacht bei der Groß- und Kleinschreibung!). Und dabei, also dieser SGL, handelt es sich natürlich um einen internationalen Hersteller von Produkten aus Kohlenstoff.

Aber was soll’s: spielt eigentlich eh keine Rolle. Der Augsburger Bau ist ja sowieso ein erst 2009 eröffnetes Modell der neuen, charakterlosen (aber klimaneutralen!) Stadiongeneration. Derweil wächst wohl in der traditionellen Spielstätte der Stadt, dem Rosenaustadion, fröhlich das Unkraut – bis eines Tages vielleicht Stadien mit Laufbahn plötzlich wieder trendy sind.

Newcastle? Scheiße, egal…!?

Ganz egal aber nun ist der Kasus beim St. James’ Park mitnichten: zwar ist das Stadion selbstredend in seiner Geschichte modernisiert worden, der Name aber blieb seit 119 Jahren stets derselbe. Die als besonders leidenschaftlich geltenden Fans von Newcastle United – diese Saison sorgen sie immerhin für den bislang vierthöchsten Zuschauerschnitt in der Premier League – müssen nun aber doch diese bittere Pille schlucken.

Klar ist – nicht nur angesichts der Tatsache, dass es sich bei der “Sports Direct Arena” erst um den fünften Fall der Veräußerung von Stadionnamenrechten in der obersten englischen Spielklasse handelt: das tut weh…

“Das werden die Menschen weder vergessen noch vergeben – ich kann es nur damit vergleichen, man würde die Vereinsfarben von schwarz und weiß in rot und blau ändern. Der St. James’ Park ist ein magischer Ort. Spieler kommen und gehen, Manager kommen und gehen, der St. James’ Park aber bleibt bestehen.”

Steve Harmison, englischer Cricket-Nationalspieler, im “Daily Telegraph”

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