Fangewalt: Todesopfer in Kolumbien, Verletzte in Moskau und Athen

…das Grauen…

Radikalismus, Randale, Rassismus, Rowdytum

In Kolumbien ist ein Fan bei Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Gruppierungen ums Leben gekommen. Auch in Athen und Moskau gab es – zum wiederholten mal – blutige Randale.

Tödlicher Alltag

Ein 17-jähriger Anhänger der Los Millonarios aus Kolumbien ist bei gewalttätigen Übergriffen ums Leben gekommen. Das Opfer habe sich bei der Auseinandersetzung tödliche Stichverletzungen am Kopf zugezogen – so meldete gestern der SID. Die Fans seien auf dem Rückweg vom Auswärtsspiel bei Atlético Huíla gewesen.

Allerdings gibt es noch weitere Meldungen zu dem besagten Spiel: so berichtet radiosantafe.com, dass an den Auseinandersetzungen auch noch Fans des Erstligisten Deportes Tolíma beteiligt gewesen seien. Das Opfer wurde hier als Gabriel Steven Espinel benannt, Fan der Millonarios, Todesursache sei ein Kopfschuss gewesen.

Bei elespacio.com wird der ums Leben gekommene Anhänger des Klubs aus Bogotá als Fabián Alberto Quiceno González identifiziert. Er sei auf der Flucht vor gewalttätigen Fans von einer Brücke gesprungen und konnte später nur noch tot aus einem Fluss geborgen werden.

Die Seite der spanischen Sportzeitung As meldet gar zwei Tote bei blutigen Auseinandersetzungen kolumbianischer Fußballfans: ein nicht benannter Mann, dessen Fall sich mit der Version von radiosantafe.com deckt. Dazu ein weiterer Millonarios-Fan, der 19-jährige Eisner Fonseca, der im Südosten der Hauptstadt erstochen wurde.

Dazu muss man erklären, dass es in Kolumbien auch abseits von Fußballspielen zu tödlichen Auseinandersetzungen von Ultras kommt: ein falsches Trikot kann manchmal der Auslöser sein. Die bereits erwähnte Seite elespacio.com macht dazu folgende Rechnung auf: es handele sich bei dem Millonarios-Fan um den dritten Toten seit dem Start der nationalen Meisterschaft – der war am vergangenen Wochenende…

Lokalrivalen (I)

Gewalttätige Anhänger von Olympiakos Piräus und Panathinaikos Athen haben sich einmal mehr eine blutige Auseinandersetzung geliefert. In der Nacht zu Dienstag hätten Meldungen zu Folge Olympiakos-Hooligans die Räumlichkeit eines Panathinaikos-Fanclubs in Athen angegriffen.

“Es war wie im Wilden Westen. Das kann so nicht weitergehen.”

Ein Einwohner des betroffenen Athener Stadtviertels Petralona im Fernsehen

In der Folge sei es zu Schlägereien und Messerstechereien gekommen, an denen sich dutzende Personen beteiligt hätten. Dabei erlitten drei Menschen zum Teil schwere Verletzungen, zwei von ihnen sind offenbar immer noch im Krankenhaus.

Lokalrivalen (II)

Nach Schlägereien zwischen den verfeindeten Moskauer Klubs ZSKA und Spartak am Sonntagabend mussten sieben Personen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Polizei nahm 120 Fußballfans vorläufig fest.

Das Duell fand vor der Saison-Rekordkulisse von 58.000 Zuschauern statt, 3.500 Sicherheitskräfte waren dabei im Einsatz.

Präventivmaßnahme

Zwölf britische Polizisten reisen mit zum Auswärtsspiel der Nationalelf von England am Freitag in Bulgarien. Verhaftungen dürfen sie zwar nicht vornehmen, sie sollen aber rund um das Spiel einschlägig bekannte, englische Hooligan-Gruppen ausfindig machen.

Das wurde vor der Partie mit der bulgarischen Polizei abgesprochen. Insgesamt werden 3.000 Fans von der Insel in Sofia erwartet. Es wird befürchtet, dass dabei auch zahlreiche Gewalttäter anreisen, die sich nicht nur mit bulgarischen Gruppierungen Auseinandersetzungen liefern könnten.

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