Griechenland: Zwangsabstieg jetzt doch bestätigt

Chaos vorm Saisonstart

Affären International


Nachdem der Zwangsabstieg gegen zwei Erstligisten im Zuge des Manipulations- und Wettskandals in Griechenland nun doch noch bestätigt wurde, droht die Super League vor ihrem Start an diesem Wochenende zur Farce zu werden.

Erst Zwangsabstieg, dann Punktabzug

Der Griechische Fußballverband (EPO) hatte den gegen die Vereine AO Kavala und Olympiakos Volos ausgesprochenen Zwangsabstieg ja zunächst in einen Punktabzug für die kommende Saison abgemildert (press-schlag.de berichtete). Dieses Urteil wurde vom Verband eigentlich als letztinstanzlich deklariert, doch nun machte die Politik einen Strich durch die Rechnung.

Dann wieder Zwangsabstieg

Die zuständige Kommission für Berufssport (EEA) in Athen hat inzwischen nämlich angeordnet, dass beide Klubs in die 4. Liga strafversetzt werden.

In der Begründung der Behörde hieß es, dass weder AO noch Olympiakos nachweisen konnten, sämtliche Kontakte zu ihren angeklagten ehemaligen Besitzern abgebrochen zu haben. In Volos kam es daraufhin zu Ausschreitungen wütender Fußballfans (Video siehe hier).

Trotz möglichen Einspruchs…

Durch die Strafmaßnahme ist der Start der griechischen ersten Liga am Wochenende kaum denkbar. So wurde bereits spekuliert, dass der Ligaverband den Saisonstart auf den 11. September verschieben könnte. Beide Zwangsabsteiger könnten schließlich vor dem höchsten griechischen Verwaltungsgerichtshof Berufung einlegen oder eine Einstweilige Verfügung erwirken.

…startet die Liga pünktlich

Inzwischen jedoch wurde beschlossen, dass die Liga pünktlich an diesem Wochenende startet. Allerdings sind die beiden eigentlichen Gegner der Zwangsabsteiger, AEK Athen und Olympiakos Piräus, zunächst spielfrei. Da bis zu einer endgültigen Entscheidung noch Wochen vergehen könnten, droht der Super League allerdings ein sehr verzerrtes Bild.

Hängepartie auch bei den Nachrückern

Darüber hinaus ist noch unklar, wer die beiden Teams in der Super League 2011/12 überhaupt ersetzen soll. Auch hier könnte ein juristisches Tauziehen drohen.

So waren nach dem ersten Urteilsspruch über den Zwangsabstieg von Kavala und Volos eigentlich die sportlichen Absteiger Panserraikos Serres und AE Larisa als designierte Nachrücker genannt worden. Davon ist nun aber offenbar nicht mehr die Rede: nach dem jüngsten Urteil wurden die in der Aufstiegsrunde eigentlich gescheiterten APO Levadiakos und Doxa Drama ins Spiel gebracht.

Noch mehr Sünder

Letztere waren dabei zum abschließenden, sportlich wertlosen Spiel auf Kreta – offenbar aus finanziellen Gründen – gar nicht mehr angereist und hatten dabei am Grünen Tisch eine 0:3-Niederlage in Kauf genommen. Was wiederum Fragen zur Erstligatauglichkeit dieses Klubs aufwirft.

Wegen finanzieller Sünden musste schließlich vergangene Saison schon Iraklis Saloniki absteigen. Der Klub aus der nordgriechischen Hafenstadt hatte offenbar ein Steuerdokument gefälscht – will sich aber ebenfalls noch per Gerichtsbeschluss zurück in die erste Liga klagen.

Und als wenn das nicht genug wäre, laufen auch noch vergleichbare Ermittlungen gegen AEK Athen und PAOK Saloniki. Die Hauptstädter müssen den Nachweis liefern, keine Steuerschulden mehr zu haben. PAOK den, dass nach der Übernahme durch einen neuen Besitzer tatsächlich Geld in die Vereinskasse geflossen ist.

Unter “normalen” Umständen müssten die beiden Traditionsvereine wohl keine Sanktion befürchten – aber auch in diesen beiden Fällen ermittelt nicht der Verband EPO, sondern die Kommission EEA…

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