Fußballfans: Provokationen immer extremer?

Beleidigungen ohne Ende

Radikalismus, Randale, Rassismus, Rowdytum

Ganz klar – alles nicht ernst gemeint und total lustig. Scheiß auf Gutmenschen, wir lassen uns den “Humor” nicht verbieten. Was dabei rauskommt, ist gerade in letzter Zeit leider an Erbärmlichkeit kaum zu überbieten. Oder, ganz wie man will, an Niveau kaum zu unterbieten.

Fans: Kein Tabu mehr?

In Belgien wird der Torwart von Lierse SK, Eiji Kawashima, von mitgereisten Fans des Klubs Germinal Beerschoot nicht nur zwischenzeitlich mit Wurfgeschossen befeuert, sondern auch mit beschissenen Schlachtrufen (”Kawashima – Fukushima!”) bedacht.

Der Nationaltorwart Japans beschwert sich beim Schiedsrichter, der unterbricht die Partie kurzfristig (s. Video hier zwischen 4:45 und 6:00).

“Ich kann viele Dinge vergessen, aber so etwas nicht. Das ist nicht ansatzweise witzig.

Eiji Kawashima, nach den Vorfällen beim Spiel Lierse SK – Germinal Beerschoot

Fans: nur Scheiße, Pisse, Hurensohn?

Vergangenes Wochenende schmeißen Fans des 1. FC Köln beim FC Schalke 04 nachweislich mit mit Scheiße und Urin gefüllten Bechern in andere Blöcke. In Hoffenheim rufen BVB-Fans “Dietmar Hopp Du Sohn einer Hure!” (sic!).

Jeder regelmäßige Leser dieser Seite kennt unsere Meinung über die TSG und Dietmar Hopp. In dieser Form ist das aber leider ein Armutszeugnis für die Dortmunder und alle anderen, die sich genau so äußern. Der “SAP-Klub” und sein “Mäzen” bieten schließlich hektarweise Angriffsfläche – eine solche Äußerung schlägt aber nur zurück auf die, die sie von sich geben.

In eigener Sache

Denn: wer z. B. glaubt, “Hurensohn” sei eine Beleidigung für irgendjemanden, drückt damit doch nur eins aus: seine fragwürdige Gesinnung. Das Problem in dem Fall und vielen anderen ist, dass die Leute glauben, im Stadion kann man sich äußern, wie man will. Das Stadion ist und bleibt aber ein öffentlicher Raum, in dem wir (eigentlich) alle immer gefordert sind, Äußerungen wie diesen entgegenzutreten.

Das gilt übrigens auch für eine Fußballfan-Homepage. Es muss privat nicht immer “political correct” zugehen, aber wir müssen nach außen zusammenstehen, wenn Leute im Stadion derart auftreten. Und wenn wir nur Leuten wie Dietmar Hopp und seinem Frankensteinverein keine Munition liefern wollen. Bloße Beleidigungen helfen uns da nicht weiter, da müssen wir uns schon hartnäckiger und intelligenter zur Wehr setzen.

Gegen Kommerz im Fußball – gegen Diffamierung im Fußball

www.press-schlag.de

p.s. I: Dass Herr Hopp mit seinem TSG-Konstrukt überhaupt in der Bundesliga mitmischen darf, ist im Übrigen in erster Linie nicht dessen Schuld, sondern die der DFL, die ein rein auf Geldzuschüssen aufgebautes Projekt für den Profifußball zugelassen hat. Der Präsident der Liga ist auch der von Borussia Dortmund: Reinhard Rauball, der sich gerne als Hüter der 50+1-Regel gibt.

p.s. II: Schon besser: “Dietmar Hopp, Du Sohn einer Hupe” (BVB-Fan-Plakat beim Heimspiel gegen Nürnberg – nach Bekanntwerden der Hochfrequenzattacken in Hoffenheim).

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