Niederlande: 283 Millionen Euro für Profiklubs

Eindhoven: Stadt rettet PSV

Pleitegeier International

Die Stadt Eindhoven hat den niederländischen Erstligisten PSV vor der Insolvenz bewahrt. Im Vereinsfußball unseres Nachbarlandes offenbar keine unübliche Praxis.

PSV, die Stadt und Philips: Wer hilft hier wem?

Da reibt man sich schon ein bisschen die Augen – ausgerechnet die “Philips Sport Vereniging”, wo die Kohle quasi schon im Klubnamen steckt . Die stehen kurz vor dem Bankrott und wer rettet sie davor? Nein, nicht der Weltkonzern und Hauptsponsor Philips, sondern die Stadt Eindhoven kauft dem Verein schnell mal für rund 48 Millionen Euro die Grundstücke des (Philips-)Stadions und des Trainingsgeländes ab (für freunde der niederländischen Sprache hier).

“Die Stadt Eindhoven wird das Geld allerdings nicht aus anderen Ressorts abziehen, sondern einen Kredit aufnehmen. PSV erhält einen Erbpachtvertrag. Der Betrag, den der Klub für die Erbpacht zahlt, entspricht der Höhe der Zinsen, die die Stadt an die Bank zahlen muss. Als zusätzliche Gegenleistung erhält die Stadt das Pfandrecht über die Einnahmen aus dem Saisonkartenverkauf von jährlich etwa sieben Millionen Euro.“

kicker.de erklärt das Konstrukt der Vereinbarung

Die PSV hat in den vergangenen Jahren einen hohen Schuldenberg angehäuft, allein in der abgelaufenen Spielzeit wird das Minus auf 17,5 Millionen Euro beziffert. Da der Klub als Meisterschaftsdritter allerdings kommende Saison nicht in der Champions League startet, wird er sich aus der misslichen Situation so schnell selbst nicht befreien können.

Kommunen unterstützen Klubs

In den Niederlanden ist es übrigens offenbar keine unübliche Praxis, dass die Gemeinden den Fußballvereinen finanziell unter die Arme greifen. Im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall wurde bekannt, dass die holländischen Kommunen die Profiklubs der ersten beiden Ligen mit insgesamt rund 283 Millionen Euro unterstützen.

Und der Philips-Konzern? Der hat immerhin angekündigt, sich nach einer Reduzierung seines finanziellen Engagements beim 21-fachen niederländischen Meister wieder in puncto Investitionen stärker einbringen zu wollen.

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