Alt-Stars wie Maradona kicken für Kadyrow

Gestern Matthäus, heute Maradona

Fußball-Affären International

Zur Einweihung des neuen Stadions von Grosny am heutigen Mittwoch hat Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow schon wieder prominente Ex-Fußballer wie Diego Maradona zu einem Fußballspiel eingeladen.

Die Liste der Alt-Stars ist lang, die sich heute in der Hauptstadt Tschetscheniens zur Eröffnung des neuen Achmed-Kadyrow-Stadions ein Stelldichein geben: allen voran Maradona, aber auch Franco Baresi, Alessandro Costacurta, Luis Figo, Manuel Amoros, Robby Fowler (noch in Australien aktiv), Steve McManaman, Jean-Pierre Papin, Christian Vieri und Frankreichs Torwart-Legende Fabien Barthez sind mit von der Partie. Auf der Gegenseite: ein Team aus Politikern und russischen Ex-Fußballern wie Vladimir Bestschastnich. In diesem Team wird auch Ramsan Kadyrow höchstpersönlich wieder mitspielen.

Guter Zweck oder Werbeveranstaltung?

So wie schon bei dem “Benefizspiel” im März gegen ein Team aus ehemaligen brasilianischen Nationalspielern, das in Grosny mit 6:4 gewann (siehe u. a. hier). Kadyrow erzielte dabei zwei Tore für seine Mannschaft, unterstützt etwa von Ruud Gullit (aktueller Trainer beim russischen Erstligisten Terek Grosny) oder Lothar Matthäus. Der wollte von einer Antrittsgage damals nichts gewusst haben, die brasilianische Zeitung Estado de Sao Paulo aber sprach von einer Pro-Kopf-Prämie in Höhe von umgerechnet 215.000 Euro.

“Ich weiß von nichts. Ich bin nur dorthin gefahren, um an der Charity-Veranstaltung teilzunehmen.”

Lothar Matthäus

Einige der damals angereisten brasilianischen Ex-Auswahlspieler behaupteten, unter falschem Vorwand für das Spiel gewonnen worden zu sein: angeblich sollte das Spiel zu Gunsten von Hochwasseropfern in Rio de Janeiro stattfinden. Geld ist aber wohl vor allem den südamerikanischen Kickern zugeflossen: Altstar Rai jedenfalls bestätigte die Zahlung einer Antrittsgage und zeigte sich anschließend zerknirscht: “Das war eine große Dummheit.” Wieviel Geld dabei für den angeblichen guten Zweck zusammenkam, ist offenbar unklar. So hatte sich schlussendlich Kadyrow eine wunderbare Werbeveranstaltung organisiert.

Kadyrows Traum

Wie am heutigen Mittwoch, wo sich internationale Stars erneut in Grosny die Ehre geben. Diesmal also zur Eröffnung der nach Kadyrows Vater benannten, 30.000 Zuschauer fassenden Arena. Denn das ist ein weiterer Traum des tschetschenischen Präsidenten: zumindest ein Spiel der WM 2018 in Grosny austragen zu dürfen. Die Aussichten sollen weniger gut sein, doch der PR-Präsident gibt wohl erst auf, wenn die Entscheidung definitiv gefallen ist. Zuviel politisches Prestige verspricht das Weltturnier dazu einfach. Und wer weiß, wieviel Prominenz Kadyrow noch um sich geschart haben wird.

Klasse Kontakte

Finanziert wurde die Stadioneröffnung offenbar von der Schweizer Firma des tschetschenischen Milliardärs Bulat Tschagajew, der auch Co-Sponsor beim FK Terek Grosny ist. Tschagajew hat Anfang Mai erst den Schweizer Erstligisten Neuchatel Xamax von dem Bauunternehmer Sylvio Bernasconi (sic!) übernommen und will mit reichlich Geld bald an die Champions League anklopfen (Video zum Thema für Freunde des Schwyzerdütsch hier).

“Ich wollte den Klub kaufen, also habe ich ihn gekauft. Für wieviel? Fragen Sie diejenigen, welche ihn verkauft haben. Ich kann mich nicht mehr erinnern.”

Bulat Tschagajew, in der Schweiz ansässiger Geschäftsmann und Kadyrow-Intimus

Als neuen Trainer in Neuenburg gibt es angeblich auch schon einen heißen Kandidaten: Diego Maradona.

Wenn sich da also nicht mal ein wunderbares globales Netzwerk mit Zentrum in Grosny entwickelt…

Eine Antwort zu “Alt-Stars wie Maradona kicken für Kadyrow”

  1. Steuerprozess gegen Fußballlegende Maradona sagt:

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