Ausschreitungen beim Fußball-Pokalfinale in Polen

“So kann es nicht weitergehen”
(UPDATE 05.05.)

Radikalismus, Randale, Rassismus, Rowdytum

So äußerte sich Polens Premierminister Donald Tusk nach den Ausschreitungen beim Endspiel zwischen Legia Warschau und Lech Poznan. Auch andernorts auf der Welt verhielten sich Fans unsportlich.

Nach Beendigung des Finals im Elfmeterschießen hatten am Dienstagabend zunächst Fans von Legia Warschau das Spielfeld des Stadions von Bydgoszcz gestürmt. Anschließend kam es auch zu Ausschreitungen von Lech-Anhängern, Journalisten wurden angegriffen, Absperrungen eingerissen und Sicherheitskräfte attackiert. Diese setzten u. a. Gummigeschosse gegen die Randalierer ein.

Slavia Prag

(UPDATE)

Das Pokal-Halbfinale zwischen dem tschechischen Hauptstadtklub und Sigma Olomouc wurde am Donnerstag zur Halbzeit abgebrochen. Slavia-Fans hatten laut kicker.de durch eine Spielfeld-Besetzung bereits den Anstoß der Partie um 20 Minuten verzögert, später mit Krawallen für das vorzeitige Ende gesorgt.

“Die Situation bei Slavia ist nicht normal. Es gibt überhaupt kein Geld.”

Vladimir Smicer, ehemaliger Slavia-Spieler

Hintergrund der Vorfälle sei Unzufriedenheit mit der Vereinsführung, die Slavia offenbar in finanzielle Not manövriert hat. Eine halbe Million Euro soll der Klub seinen Spielern schulden, sogar der Verlust der Lizenz drohe. So standen Vereinsfunktionäre beim Pokalspiel unter Polizeischutz.

(und so ging’s – mit Tonstörungen – weiter…)

FC Barcelona

Auch in Barcelona kam es bei Feiern wegen des Einzugs des FC ins Champions-League-Finale zu schweren Ausschreitungen. Einige der Barca-Fans hatte zu vorgerückter Stunde zunächst Mitarbeiter des spanischen Fernsehens TVE angegriffen, anschließend geriet die Randale außer Kontrolle – Mülltonnen wurden angezündet, Absperrungen eingerissen. Vorläufige Bilanz der Krawalle: 119 Festnahmen, 153 Verletzte.

Zu Ausschreitungen bei Barca-Jubelfeiern kam es in den letzten Jahren regelmäßig, Auslöser waren oft anti-spanische Aggressionen (siehe etwa hier oder dort).

Sampdoria Genua

Nach der Heimniederlage gegen den AC Mailand Mitte April randalierten Fans von Sampdoria Genua. Sie griffen u. a. den Bus der eigenen Mannschaft mit Steinen an – Fensterscheiben wurden zerstört, es gab aber keine Verletzte. Außerdem sprachen die Randalierer gegenüber den Sampdoria-Profis Morddrohungen aus – der Verein ist seit dem Verlust seiner Stars Antonio Cassano und Giampaolo Pazzini im Verlauf der Saison in akute Abstiegsgefahr geraten.

“Kein sportliches Resultat, wie schlecht auch immer, kann dies rechtfertigen.”

Aus einem Statement von Sampdoria Genua zu den gewaltsamen Vorfällen

Glasgow Rangers

Zu einer Geldstrafe von insgesamt 80.000 Euro sind die Glasgow Rangers von der UEFA verurteilt worden. Damit wurden religiös diskriminierende Gesänge von Fans beim EuropaLeague-Spiel in Eindhoven (press-schlag.de berichtete) bestraft. Für das nächste Auswärtsspiel eines UEFA-Wettbewerbs wurde der Ticket-Verkauf an Rangers-Fans darüber hinaus untersagt – für eine weitere Partie in der Fremde gilt diese Regelung auf Bewährung. Des weiteren droht bei zukünftigen Verfehlungen auch ein Heimspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit, beide Bewährungsfälle gelten über einen Zeitraum von drei Jahren.

Atlético Bucaramanga

Beim Spiel der zweiten kolumbianischen Liga zwischen Centauros Villavicencio und Atlético Bucaramanga Mitte April kam es zu Ausschreitungen von Gästefans. Nach dem Pausenpfiff überwanden mehrere Personen die Absperrung und griffen Spieler ihrer eigenen Mannschaft an (im Video bei 3:10), die sich ihrerseits zur Wehr setzten. Ein Atlético-Fan, der offenbar den Torwart mit einem Messer bedrohte (3:45), wurde auf dem Spielfeld festgenommen und dabei seinerseits von einem Ersatzspieler geschlagen.

Bereits im Hinspiel in Bucaramanga waren dessen Fans mit Sicherheitskräften aneinandergeraten (siehe hier bei 1:45).

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