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Beschwerde von den Business-Seats

Fußball-Affären Deutschland

Zwar hat der FC St. Pauli Einspruch gegen das Heimpiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit eingelegt, doch die Chancen auf eine Kehrtwende des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an diesem Donnerstag sind gering. Sollte die Strafe gegen die Hamburger bestätigt werden, könnte allerdings Hilfe von unerwarteter Seite kommen.

Hilflose Basis

Ohnmacht gegenüber der Entscheidung regiert in den Fan-Lagern. Der FC St. Pauli fühlt sich zu hart, der Werder-Anhang zu Unrecht bestraft – für eine Unsportlichkeit, mit der die Bremer schließlich gar nichts zu tun haben. Die Unterstützung ihres Teams bleibt ihnen auf diese Art verwehrt, obwohl sie sich längst Tickets für das Auswärtsspiel gesichert hatten. Das Vorhaben, dennoch am 23.04. nach Hamburg zu reisen, verdeutlicht dabei eher nur die Hilflosigkeit der Fans. Bleibt der DFB hart, wird es keinen Zugang zum Spiel geben.

Das ist ein Urteil, das ich als sehr schwierig empfinde. Es sind Fans betroffen, die dafür nicht verantwortlich sind.”
Thomas Hafke, hauptamtlicher Mitarbeiter beim Bremer Fan-Projekt.

Doch nun könnte dem DFB von einer Seite in die Parade gefahren werden, von der er es eher nicht erwartet hätte und die ihn an seiner Strenge zweifeln lassen könnte. Ein Präzedenzfall könnte gar drohen – und die Fans wiederum werden sich fragen, ob sie diese Form der “Hilfe” gutheißen sollen.

Business-Plan

Während Proteste von Fans und Verein beim Fußball-Bund wohl kein Gehör finden, hat eine Hamburger Kanzlei juristische Schritte gegen das Urteil angekündigt. Sollte das DFB-Sportgericht den Zuschauerausschluss für das Spiel gegen den SV Werder Bremen am Ostersamstag bestätigen, würden die Anwälte der KWAG rigoros gegen die aus ihrer Sicht völlig unangemessene Strafe vorgehen.

In Betracht gezogen werden soll dabei eine Klage auf Schadenersatz, die zur Zeit vom Hamburger Universitätsprofessor Kai-Oliver Knops vorbereitet wird. Der Fachmann für Wirtschafts- und Zivilrecht hält einen juristischen Erfolg für nicht ausgeschlossen.

“Als Juristen sind die Gerichtssäle unser Spielfeld, und wir werden versuchen, dem DFB hier eine empfindliche Niederlage beizubringen. (…) Der Besuch des Stadions ist Teil unserer Werbemaßnahmen.”
Jens-Peter Gieschen, KWAG-Anwalt

Hintergrund der Klage ist, dass KWAG-Anwalt Jens-Peter Gieschen z. B. zwei Businessplätze am Millerntor gemietet hat und die Partie gegen die Bremer mit Mandanten und Geschäftspartnern verfolgen wollte. Über diese Argumentationsschiene könnte wohl selbst der DFB in die Knie bzw. zu einem Umdenken gezwungen werden.

Schließlich will man es sich von Liga-Seite nicht mit seinen wichtigen “Kunden” vermiesen. Dass diese ausgerechnet aus dem Lager des “Kiez-Klubs” stammen, könnte im Fall einer erfolgreichen Klage einen besonders bizarren Treppenwitz der Fußballhistorie produzieren.

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