Rot Weiss erhält Punktabzug

Aalen statt Ahlen?

Pleitegeier Deutschland

Fußball-Drittligist Rot Weiss Ahlen werden wegen Verstößen im Rahmen des wirtschaftlichen Zulassungsverfahrens drei Punkte abgezogen. Damit rutscht der Verein, der sich ohnehin gerade in einem Insolvenzverfahren befindet, auf einen Abstiegsplatz.

Achterbahnfahrt in Ahlen

Als die Liquidität des Drittligisten Anfang des Jahres in Frage stand, ging es sportlich aufwärts. Nachdem dann die Auszahlung der Spielergehälter bis Juni garantiert worden war, begann der Abwärtstrend in der
Tabelle. Zuletzt – nach drei Niederlagen und 0:10 Toren in Serie – schmolz der Vorsprung der Rot-Weissen auf die Abstiegsränge auf einen Punkt.

“Wir legen gegen diese Entscheidung keinen Widerspruch ein.”
Maren Gosda, Vereinssprecherin Rot Weiss Ahlen

Nun tat der wirtschaftliche Niedergang sein Übriges: die Ahlener rutschen durch den Punktabzug auf den vorletzten Platz ab. Nutznießer wäre momentan der VfR Aalen, der durch die wirtschaftliche Schieflage der Münsterländer über den Strich befördert wurde.

Schleppendes Verfahren

Insolvenzverwalter Michael Mönig braucht bis Anfang Juni eine knappe Million Euro, um den Klub zu retten. Die Rücknahme des Insolvenzantrags – wirtschaftliche Voraussetzung für einen Verbleib in der 3. Liga – kann jedoch nur das Präsidium bewirken. Dort säßen auch entsprechend finanzstarke Personen, das nötige Geld aufzubringen, allein: diese Leute hat Mönig offenbar noch nicht in seine Pläne mit einbezogen.

“Das ist alles nicht unmöglich, ganz im Gegenteil.”
Michael Mönig, Insolvenzverwalter

Gewinnen konnte er mit Marcus Rüther immerhin einen Marketing-Fachmann, der auch für das Formel1-Team von McLaren arbeitet. Allerdings muss der mit der Akquise von Sponsorengeldern von einer Million Euro binnen acht Wochen auch eine beinahe aussichtslose Aufgabe erfüllen.

Und: sollte es Rüther doch gelingen, wäre zwar ein wichtiger Beitrag für ein weiteres Drittligajahr geleistet – aber steckt Rot Weiss Ahlen auch zum Zeitpunkt der Lizenzentscheidung im Juni noch im Insolvenzverfahren, nützt das alles nichts. Dann wird den Münsterländern die Spielberechtigung für die kommende Saison der 3. Liga verweigert – wenn sie die “Lizenz zum Mitspielen” dann nicht bereits auf sportlicher Ebene verspielt haben.

Zur sehr familiären PK zum Thema hier

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