Spieltag am Wochenende findet statt

Spanien: Boykott abgeschmettert

Kohle / Affären International

Die spanische Profi-Liga (LFP) wollte aus Protest gegen das frei empfangbare “Spiel der Woche” den kommenden Spieltag aussetzen. Doch ein Gericht erklärte den “Streik” für unrechtmäßig.

Klare Mehrheit für Boykott

Damit kam die Justiz den sieben Erstligisten entgegen, die sich zunächst bei der Liga-internen Abstimmung gegen einen Boykott ausgesprochen und dann gegen den Beschluss öffentlich Klage eingereicht hatten. Bei den betreffenden Vereinen handelt es sich laut kicker.de um Espanyol Barcelona, Athletic Bilbao, FC Malaga, Real Sociedad San Sebastián, FC Sevilla, FC Villarreal und Real Zaragoza. In der LFP sind die 42 Vereine der ersten beiden Ligen organisiert.

“Durch das ‘Spiel der Woche’ geht uns eine Menge Geld verloren. Da ist es doch nur normal, dass wir dieses Gesetz kippen wollen.“
Robert Pongracz (LFP)

Wunsch und Wirklichkeit

Hintergrund des Streiks: die Mehrheit der Profi-Klubs in Spanien will das Gratis-Spiel abschaffen, um Mehreinnahmen aus den TV-Rechten zu erzielen. Statt bisher 620 Millionen Euro (Deutschland: 400 Millionen Euro) sollen dann bis zu 800 Millionen Euro erlöst werden können. Nach Informationen der dpa sollen dann bis zu zehn Anstoßzeiten (bislang maximal acht) pro Spieltag möglich sein.

Das Problem daran: in Spanien ist die Übertragung einer Partie pro Spieltag im frei empfangbaren Fersehen per Gesetz garantiert. Dadurch ist das “Spiel der Woche” ebenso zu einer Institution wie zu einem Politikum geworden – beliebt bei den Fernsehzuschauern und deswegen auch von den Parteien quasi geschützt.

“Die Vereine bekommen schon jetzt astronomische Summen. Dass sie nun einen Streik ausrufen, weil sie noch mehr kassieren wollen, erscheint angesichts der Wirtschaftskrise als absurd.”
Aus der spanischen Sportzeitung “Marca”

Aufgehoben, aber nur aufgeschoben

Immer wieder hatten die Klubs nach ergebnislosen Gesprächen mit Vertretern aus der Politik zuletzt mit einem Boykott gedroht, dann aber wieder einen Rückzieher gemacht. An diesem Wochenende wollte die LFP nun ernst machen, wurde aber zurückgepfiffen. Doch die Liga hat bereits angekündigt, weiter daran zu arbeiten, dass das Spiel der Woche – über kurz oder lang – ebenfalls im Pay-TV verschwindet.

Dass die angedrohte Absage des 30. bzw. 32. Spieltags im Vergleich zu früheren Streiks in der Liga eigentlich gar keiner ist, das wiederum wussten die Kapitalismuskritiker von kicker.de erfrischend präzise zu erklären:

“Der jetzt geplante Boykott ist dagegen eine Initiative der Arbeitgeberseite. Die Aktion ist daher streng genommen kein Streik, sondern eher eine Aussperrung.”

Eine Antwort zu “Spieltag am Wochenende findet statt”

  1. Ausstehende Gehälter: Salonikis Profis streiken sagt:

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