Ein toter Fan in Argentinien

Das Grauen kehrt zurück

Radikalismus, Randale, Rassismus

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen vor der Partie zwischen CA Vélez Sarsfield und San Lorenzo ist am Sonntag ein 40-Jähriger ums Leben gekommen.

Spielabbruch

Als sich die Nachricht vom Tod des Gästefans im Block verbreitete, kam es zu schweren Ausschreitungen. Anhänger von San Lorenzo zerstörten den Zaun und versuchten sich Zutritt zum Spielfeld zu verschaffen. Die Polizei setzte u. a. Wasserwerfer und Gummigeschosse ein. Der Schiedsrichter, der die Partie wegen der Randale nach sieben Minuten zunächst unterbrochen hatte, entschied später, dass eine Fortsetzung aufgrund der angespannten Lage nicht möglich sei. Einen “Spielbericht” gibt es hier zu sehen.

Opfer der Polizei?

Unklar ist nach wie vor, wie der Mann ums Leben gekommen ist. Vor dem Stadion von Vélez Sarsfield, dem Estadio José Amalfitani in Buenos Aíres, war es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen unter rivalisierenden Fangruppen sowie der Polizei gekommen. Der 40-jährige Ramón Aramayo soll dabei durch einen Herzstillstand infolge von Gewalteinwirkung gestorben sein. Augenzeugen hätten berichtet, dass der San-Lorenzo-Fan von Beamten geschlagen worden sein soll. Die Witwe berichtete später, dass ihr Mann niemals zuvor mit der Polizei in Konflikt geraten sein soll.

Risiko-Duell

Vélez Sarsfield und San Lorenzo rühren offenbar aus der Ermordung eines 20-jährigen Vélez-Fans im Jahr 2008. In den vergangenen Jahren sollen bei den Ansetzungen der beiden Teams aus der argentinischen Hauptstadt jeweils keine Gästefans zugelassen worden sein. Dieses Mal sei die Maßnahme jedoch aufgehoben worden. Im Vorfeld der Partie waren Verantwortliche der Klubs bemüht, das Konfliktpotenzial aus dem Duell zu nehmen. Die Teams liefen zum Spiel mit der jeweiligen Klubfahne des Kontrahenten auf den Platz.

Da hatten die Tumulte vor dem Stadion allerdings bereits stattgefunden. Auch als Gästetorwart Pablo Migliore wegen der zahlreichen Wurfgeschosse kaum seinen Platz einnehmen konnte, kamen Zweifel an der Durchführbarkeit des Spiels auf. Schließlich gelangte die Nachricht vom Tod Aramayos offenbar per Telefon in den San-Lorenzo-Block. Die darauf folgenden Tumulte sorgten für das vorzeitige Ende der Partie.

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