Haftstrafen für serbische Hooligans

Gefängnis in Genua

Radikalismus, Randale, Rassismus, Rowdytum

Knapp fünf Monate nach den Ausschreitungen beim EM-Qualifikationsspiel Italien – Serbien hat ein Gericht in Genua vier serbische Hooligans verurteilt. Der einschlägig bekannte Ivan Bogdanov, als Rädelsführer der Randale eingeschätzt, erhielt dabei mit drei Jahren und drei Monaten Gefängnis die längste Haftstrafe.

Anklage

Bogdanov habe die serbischen Fans animiert, Feuerwerkskörper auf den Platz zu werfen und Absperrgitter zu durchbrechen. Bereits nach sieben Minuten wurde die Partie seinerzeit wegen des massiven Krawalls im Gästebereich des Stadions Marassi in Genua abgebrochen. Die Randalierer waren damals vor ihrer Abreise von der Polizei aus einem Reisebus geholt worden. Bogdanov selbst hatte sich im Gepäckraum versteckt, wurde aber von Beamten entdeckt. (Bericht von GazzettaTV, auf Italienisch)

Verteidigung

Die Mitangeklagten wurden zu Haftstrafen von drei Jahren, zwei Jahren und acht Monaten bzw. zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die vier Hooligans bestritten vor Gericht den Vorwurf, die Randale habe politische Motive gehabt. Auch ein Spielabbruch sollte angeblich nicht provoziert werden, sondern lediglich Protest gegen einen serbischen Funktionär bzw. gegen Nationaltorwart Vladimir Stojkovic, der zuvor von Roter Stern Belgrad zum Erzrivalen FK Partizan gewechselt war, zum Ausdruck gebracht werden. Ihr italienischer Anwalt monierte überdies die mit fast fünf Monaten überlange Dauer der Untersuchungshaft seiner Mandanten.

Krawall und Konsequenzen

Das Spiel wurde später mit 0:3 gegen die serbische Auswahl gewertet. Außerdem mußte der Verband 120.000 Euro Strafe zahlen und ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Erst Ende Februar hatte UEFA-Präsident Michel Platini in Gesprächen mit den Präsidenten Serbiens und Kroatiens einen Ausschluss ihrer Fußballverbände angedroht, falls keine zusätzlichen Maßnahmen gegen das Problem der Fangewalt ergriffen geschweige denn sich ähnliche Vorfälle wie in Genua wiederholen würden.

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