Wg. Korruption im geschäftlichen Verkehr

Razzia beim VfL

Affären Deutschland

Das von der Staatsanwaltschaft Stuttgart eingeleitete Verfahren wegen Korruptionsverdachts richtet sich zwar nicht gegen Mitarbeiter des VfL Wolfsburg, dennoch wurde die Geschäftsstelle des Klubs vergangene Woche durchsucht.

Eine Hand schmiert die andere

Kein Wunder, ist der Deutsche Meister von 2009 doch eine hundertprozentige VW-Tochter und richten sich die Ermittlungen doch gegen die Verlängerung eines Sponsorenvertrags mit der Deutschen Telekom. Verantwortliche Mitarbeiter der Tochterfirma T-Systems wollten dafür im Gegenzug von der Volkswagen AG Aufträge über mehrere hundert Millionen Euro bekommen.

“Der Telefonkonzern trennt normalerweise streng zwischen der Kundenwerbung und dem Sponsoring. Dadurch soll vermieden werden, dass eigene Manager Aufträge akquirieren, indem sie möglichen neuen Kunden beispielsweise ein Sport-Sponsoring in Aussicht stellen.”
Süddeutsche Zeitung

So läuft´s Business

Dennoch wurde offenbar ein Deal zwischen Mitarbeitern beider Konzerne vereinbart: der Mitte des vergangenen Jahres auslaufende Sponsorenvertrag im Wert von mehreren Millionen Euro sollte verlängert werden, wenn VW der Telekom weitere Großaufträge erteilte. Als “Korruption im geschäftlichen Verkehr” wird ein solches Delikt bezeichnet.

Kurzer Exkurs

Auch wenn es keine Verbindung zu dem aktuellen Fall von Korruptionsverdacht gibt, sei noch einmal auf die von der DFL nicht monierte Verquickung von Amt und Sponsoring beim VfL Wolfsburg sowie beim FC Bayern München hingewiesen – so etwas, wie ein Lieblingsthema bei press-schlag.de.

Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Martin Winterkorn, ist zwar nicht de iure, aber de facto Chef des VfL Wolfsburg und hält gleichzeitig einen Sitz im Aufsichtsrat des FC Bayern. Die VW-Tochter Audi ist Sponsor des Rekordmeisters. Aber wenn solche sportlichen und wirtschaftlichen Big Player im Spiel sind, halten sich die Sittenwächter der DFL natürlich servil zurück.

Im berühmt-berüchtigten Aufsichtsrat der Münchner sitzt neben Herrn Winterkorn übrigens auch Timotheus Höttges, Mitglied des Vorstands des FCB-Hauptsponsors Deutsche Telekom AG. Aber das ist völlig legitim und hat – um es nochmal zu betonen – nichts mit dem aktuellen Fall zu tun.

Dass einen dabei trotzdem ein diffuses Unbehagen befällt, kann aber zahlreiche andere Gründe haben…

Artikel zum Thema in der Süddeutschen Zeitung bzw. dem Tagesspiegel

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