Auf der Alm gab´s vor allem eine Sünde…

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Tristesse in Bielefeld

Pleitegeier Deutschland

Arminia Bielefeld plagen vor allem Fehler aus der Vergangenheit. Diese lassen die Zukunft des Klubs düster erscheinen. Denn die finanziellen Probleme bleiben langfristig, während der aktuelle sportliche Niedergang sein Übriges tut.

Schulden nur gestundet

Letzten Sommer bekamen die Ostwestfalen erst in letzter Sekunde das nötige Geld zusammen, um ein zehn Millionen Euro großes Loch zu stopfen. Damit war der Spielbetrieb für die aktuelle Saison gesichert. Die Rückzahlungsverpflichtung der Schulden wurde damit allerdings nicht aufgehoben, sondern lediglich gestundet – bis zum nächsten Sommer.

“Wer in fünf Jahren 1. Liga nicht gravierende Managementfehler begeht, müsste einen großen Vorsprung vor den anderen Teams der 2. Liga haben. Es ist ein absolutes Unding, dass man dann kurz vor der Insolvenz steht.”
(Ewald Lienen)

Nichts geht mehr ohne Gönner

Der neue Trainer Ewald Lienen und sein Assistent Abder Ramdane werden von Sponsoren bezahlt. Auch die avisierten Neuzugänge in der Winterpause sollen komplett extern finanziert werden. Dafür sollen 2,5 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Außerdem soll Anfang Januar trotz der finanziellen Misere ein einwöchiges Trainingslager in Südeuropa stattfinden.

Im November wurden zudem zwei Positionen im Verein neu besetzt: Andreas Erdmann, geschäftsführender Gesellschafter einer Bielefelder Autohaus-Gruppe, ist nun Schatzmeister. Bisher war er Chef des Verwaltungsrates, der nun wiederum vom Berliner IT-Unternehmer Alexander Geilhaupt geführt wird.

Neue Haupttribüne: Verdacht der Untreue

Im September hatte die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen des Verdachts der Untreue Ermittlungen gegen die alte Klubführung aufgenommen. Im Visier dabei Ex-Aufsichtsratschef Hans-Hermann Schwick und der damalige Geschäftsführer Roland Kentsch. Es geht dabei um den Bau der neuen Haupttribüne, die statt der veranschlagten elf schließlich 19 Millionen Euro gekostet hat. Kentsch (”Die Tribüne trägt sich selbst”…) dazu in einer Presseerklärung: “Es hat keine Unregelmäßigkeiten gegeben, die Zahlen zu den Investitions- und Baukosten sind unzutreffend.”

“Es wäre berechtigt, sich als Fan zu fragen: Wie konnte es so weit kommen, dass man eine halbe Mannschaft abgeben muss? Das ist der Super-GAU gewesen.”
(Ewald Lienen)

Beklagter Kentsch klagt kläglich

Der im Sommer 2009 von Arminia Bielefeld freigestellte Kentsch, der seit dem 5. März 2010 als Geschäftsführer beim MSV Duisburg tätig ist, war außerdem gegen seinen Ex-Klub vor Gericht gezogen. Seiner Ansicht nach hätte ihm das ausstehende Gehalt vom März 2010 in Höhe von 15.696, 67 Euro zugestanden. Das Landgericht teilte diese Auffassung nicht, sprach Kentsch im November lediglich 2.569,92 Euro zu. Außerdem muss der Herforder SPD-Politiker fünf Sechstel des Verfahrens tragen.

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