Böser Verdacht: Quält Adidas Tiere, Spieler und Fans…?

“In jedem siebten Ei…”

Kohle Deutschland

 In JEDEM - meint Thomas Tuchel sogar

Laut T. T. sogar in jedem Ei


Erstmals in der deutschen Fußballgeschichte wird mit einem einheitlichen Ball gespielt: seine offizielle Premiere gibt das “Torfabrik” genannte Spielgerät der Firma Adidas heute beim “Supercup” – und erntet, wie WM-Ball “Jabulani”, Kritik von vielen Seiten.

Wie ein Ei dem anderen

Kein Wunder, sind beide Produkte aus Herzogenaurach doch technisch identisch. Wurde während der Weltmeisterschaft schon viel über Jabulani diskutiert, so lernen nun auch die Nicht-WM-Fahrer der Bundesligen die Pille unter dem Namen “Torfabrik” kennen.

Dabei hatte letztere ihren ersten großen Auftritt in – Südafrika! DFL und Adidas hatten keine Kosten und Mühen gescheut, um den neuen Ball während der WM im deutschen Quartier in Velmore zu präsentieren.

Ballyhoo

Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball und Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer waren selbstredend zugegen, neben aktuellen Nationalspielern extra aber auch die Torjäger-Legenden Gerd Müller, Uwe Seeler und Rudi Völler.

In Rot und Weiß gehalten ist die Kugel nach den Farben der Liga, und ihren Namen “Torfabrik” erhielt sie aufgrund der Tatsache, dass in der Bundesliga mehr Tore als in den “meisten Topligen” Europas fielen.

Ballast

Dieser Wert könnte sich ab der nun beginnenden Saison deutlich steigern: sind es doch vornehmlich die Torhüter, die sich beschweren. Einer der Kritiker etwa, der 1860-Torwart Gabor Kiraly, verriet BILD:

“Bei zehn Schüssen kommt der Ball viermal normal, zweimal flattert er und viermal geht er in eine andere Richtung.”

Der ungarische Keeper mit der berüchtigten Schlabberhose sieht dabei aber nicht nur ein Problem für seine Kollegen zwischen den Pfosten, sondern auch für die Feldspieler.

Balla-Balla

Mit seiner Vermutung, der Ball sei absichtlich so konstruiert, damit mehr Tore fallen, ist Kiraly übrigens auch nicht allein – Jürgen Klopp etwa schlägt in die gleiche Kerbe:

“Die neue Pille ist wie eine Regeländerung durch die DFL. Als wären die Tore größer gemacht worden”, so der BVB-Trainer.

Sein Kollege von Mainz 05 findet die “Torfabrik” sogar völlig unberechenbar:

“An den Ball kannst du dich einfach nicht gewöhnen. Er schlägt Haken, als säße ein Kaninchen drin”, meint Thomas Tuchel.

Der Ball ist runder

Nun kann man den Kritikern vorhalten, dass jedes Mal über einen neuen Ball gemeckert wird. Oder dass die Aktiven schon mal präventiv die Schuld auf den Ball abwälzen wollen. Oder dass sie negativ urteilen, weil es sich um ein Produkt der Konkurrenz handelt. Adidas jedenfalls beurteilt sein eigenes Produkt trotz aller Kritik vehement in die ganz andere Richtung: es sei der beste Ball aller Zeiten, weil er “sehr schnell und sehr rund sei”.

Ballade

Liga-Präsident Rauball betonte bei der Präsentation des Einheitsballs, dass dessen Einführung vor allem zu mehr Wettbewerbsgerechtigkeit führe. Außerdem bedeute sie einen “weiteren großen Schritt für die Professionalisierung” der Bundesliga. Oder in nackten Zahlen: in den kommenden fünf Jahren zahlt der Ausrüster fünf Millionen Euro pro Saison an die DFL für den Einsatz der Spielgeräte aus dem Hause Adidas.

Wohltätigkeitsball

Die Herzogenauracher versprechen sich davon natürlich auch ihren eigenen Schnitt: dieser Tage ist das Modell “Torfabrik” in den Handel gekommen – für immerhin 119,90 Euro pro Stück. Und das – so das Nachrichtenmagazin Focus – trotz aller Kritik ohne jegliche Veränderungen.

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