Großer Zapfenstreich in Paderborn
Montags nie
Drei Anwohner der Paderborner Energieteam-Arena könnten – wohl unabsichtlich – zu Helden der Anti-Montagsspiele-Fraktion werden…
Der Fall
Die drei Nachbarn des Stadions hatten gegen eine Ausnahmegenehmigung geklagt, die der Landrat Manfred Müller im Oktober 2009 für das Ostwestfalen-Derby SC Paderborn – Arminia Bielefeld erteilt hatte. Da zur Wahrung der Nachtruhe im Stadion der Domstadt nur bis 22 Uhr gespielt werden darf, wurde eine zehnminütige Verlängerung wegen der “herausragenden Bedeutung des Ereignisses” genehmigt.
Das Urteil und die Konsequenz
Die Richter des Verwaltungsgerichts Minden gaben der Klage Mitte Juni jedoch statt – mit der generellen Begründung, eine reguläre Zweitligapartie habe – höhö – keine herausragende Bedeutung. Damit darf der SC keine Spiele mehr am Montagabend austragen und wird damit auch für die Livespielübertragungen von Sport 1 (früher DSF) nicht mehr in Frage kommen. Ein Widerspruch gegen das Urteil wurde nicht zugelassen.
Kein Einzelfall?
Dennoch will die Stadiongesellschaft gemeinsam mit der Kreisverwaltung eine Zulassung zur Berufung erreichen. Laut stadionwelt.de wies der Anwalt der Paderborner Stadiongesellschaft (PSG), Hansjörg Tamoj, darauf hin, dass im Zuge dieses Urteils nun auch alle anderen Stadien der 2. Bundesliga bis auf die Münchner “Allianz Arena” mit Anwohnerklagen dieser Art rechnen müssten.
Die Perspektive
Wenn nun also alle Montagsspiel-Gegner klagen würden, wäre das Problem vielleicht elegant und wasserdicht gelöst. Nur die Sechziger müssten halt noch umziehen – wenn sie denn nicht alle siebzehn Heimspiele live am Montagabend aus der ungeliebten “Arroganz Arena” übertragen werden wollen. Noch ein Grund mehr also für Löwen-Fans, eine räumliche Veränderung voranzutreiben. Schließlich lässt sich “Scheiß Spo-hort 1″ auch nicht mehr so gut skandieren…