Gewalt im deutschen Fußball

Spinnt Ihr jetzt alle…? (III)

Radikalismus, Randale, Rassismus

Fragezeichen
Ganz ordentlich, was Fans allein von Bundesligaklubs in den letzten Wochen so an Randale vorzuweisen hatten. Eine Chronik der Gewalt jedenfalls, die bei Fußballvereinen, Offiziellen und Sicherheitskräften in ihrer Massivität und Vehemenz sicherlich wieder Eindruck hinterlassen hat.

19. Dezember
Zuletzt knallte es anlässlich der Feier zum 100-jährigen Bestehen von Borussia Dortmund am 19. Dezember. Bereits auf dem Weg zum Hauptbahnhof begannen Fans zu randalieren, Mülleimer wurden angezündet und Steine auf Polizisten geworfen. Daraufhin riegelten Beamte den Bahnhof aus Sicherheitsgründen ab. In der Folge versuchten dann etwa 200 Randalierer, das Gebäude zu stürmen, dabei wurde auch ein Fahrzeug der Polizei in Brand gesetzt.

12. Dezember
Eine Woche zuvor war es zu Ausschreitungen in Nürnberg und Hannover gekommen. Aufgebrachte Club-Fans randalierten vor der Geschäftsstelle des 1.FC Nürnberg und verursachten dabei einen Schaden von mehreren tausend Euro. Zudem sollen Morddrohungen gegen Club-Manager Martin Bader skandiert worden sein. Die Polizei jedenfalls riet Bader telefonisch, am Abend lieber zuhause zu bleiben.Es wurden rund 200 Platzverweise erteilt.

12. Dezember
Etwa 120 Randalierer lieferten sich am Hauptbahnhof Hannover nach Rückkehr des Fanzuges vom Spiel in Mönchengladbach Auseinandersetzungen mit der Polizei. Bereits während der Fahrt musste die Bundespolizei mehrfach eingreifen. Am Bahnhof warfen gewalttätige Fans von Hannover 96 mit Flaschen auf Beamte und lieferten sich Schlägereien mit ihnen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray ein.

5. Dezember
Am 5. Dezember kam es zu Ausschreitungen rund um die Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart. Bei Fan-Protesten unter Beteiligung von zeitweise 3.000 Personen lieferte sich ein harter Kern von etwa 400 offenbar gewaltbereiten Fans des VfB Stuttgart Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Beamten setzten zeitweise Schlagstöcke und Pfefferspray ein, wurden ihrerseits mehrfach aus der Menge heraus mit Gegenständen und Knallkörpern beworfen. Eine Beamtin erlitt ein Knalltrauma, ein Kollege wurde an der Hand verletzt, drei Personen wurden festgenommen.
Bereits vor dem Spiel hatten etwa hundert Stuttgarter Anhänger den VfB-Bus blockiert, ein bengalisches Feuer gezündet und aggressives Verhalten gegenüber der eigenen Mannschaft gezeigt. Als Anführer der Proteste gilt die Gruppierung “Commando Cannstatt”.

28. November
Eine Woche zuvor sorgten etwa 150 Fans – Anhänger des Hamburger SV, von Hannover 96 und Arminia Bielefeld – im Bahnhof von Bielefeld für Chaos. Um sechs Uhr morgens randalierten die nach einer durchzechten Nacht alkoholisierten Täter, die gemeinsam zum HSV-Spiel nach Mainz reisen wollten, und demolierten dabei einen “Service-Point” und eine Bäckerei. Signalfeuer und Kanonenschläge wurden gezündet. Über einhundert Polizisten, die auch aus Hamm, Minden, Münster und Paderborn angefordert wurden, waren im Einsatz. Sie wurden u. a. mit Dosen, Flaschen und Stühlen beworfen. Schließlich wurden die Randalierer, von denen knapp die Hälfte dem Hamburger SV zuzurechen gewesen sein sollen, in Gewahrsam genommen. Da der Bahnhof von Bielefeld wegen der Vorfälle für 30 Minuten gesperrt wurde und es zu Verspätungen im Bahnverkehr kam, könnte der Polizeieinsatz die Gewalttäter teuer zu stehen kommen. Gegen sie wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet.

28. November
Am selben Tag kam es zu Ausschreitungen Frankfurter Anhänger beim Auswärtsspiel in Berlin. Vor der Partie hatten etwa 50 Eintracht-Frankfurt-Fans Berliner Zuschauer angegriffen, getreten, geschlagen und mit Flaschen beworfen. Später schlugen am Eingang zum Gästeblock etwa 10 Frankfurter auf Ordner ein. Insgesamt wurden 66 Personen vorübergehend festgenommen und 18 Strafermittlungsverfahren u. a. wegen Landfriedensbruch und Körperverletzung eingeleitet.

27. November
Tags zuvor wurden am Rande des Freitagabendsspiels in Bochum neun Personen durch Gewalttäter aus der Anhängerschaft des 1.FC Köln verletzt, zwei davon schwer. Nach Informationen des VfL erlitt ein Ordner innere Verletzungen unter anderem an der Milz, ein weiterer Knochenbrüche und eine Schultereckgelenksprengung. Einer der weiteren Verletzten war ein Polizist. Nach Angaben der Polizei gab es insgesamt 19 Festnahmen und Strafanzeigen.

- Fortsetzung folgt -

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