Das Grauen…

Radikalismus, Randale, Rassismus

Der 28-Jährige Brice Taton ist in einem Belgrader Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlegen, die ihm gewalttätige Fans am 17. September im Vorfeld der Euro-League-Partie zwischen FK Partizan und Toulouse FC zugefügt hatten. Der Franzose war in einer Bar im Zentrum Belgrads zusammen mit etwa 15 weiteren TFC-Anhängern von einer 30-köpfigen Gruppe serbischer Hooligans überfallen und mit Stangen verprügelt worden. Die Polizei hat inzwischen elf Verdächtige, darunter auch den mutmaßlichen Haupttäter, festgenommen.

“Ein trauriger Tag” (UEFA-Präsident Michel Platini)

Inzwischen hat Klub-Präsident Olivier Sadran angekündigt, nach Belgrad zu reisen. Geplant ist außerdem eine spezielle Hommage für das Opfer anlässlich des TFC-Heimspiels gegen Lorient am 4. Oktober. Auf der Homepage des Vereins (www.tfc.info) ist eine Kondolenzliste eingerichtet worden, Stellungnahmen etwa von Sportministerin Rama Yade oder Jean-Pierre Escalettes (Präsident des französischen Fußballverbands) sind – Französischkenntnisse natürlich vorausgesetzt – nachzulesen.

Was passiert mit Partizan?

Die Tat liegt beinahe zwei Wochen zurück – die UEFA hätte eigentlich schon reagieren müssen. Denn Partizan und seine Anhänger gelten national wie international nicht nur als Wiederholungstäter in Sachen Gewalt, sie wurden obendrein 2007 sogar bereits einmal aus dem UEFA-Cup ausgeschlossen, nachdem es rund um das Spiel beim bosnischen Klub Zrinskij Mostar zu schweren Ausschreitungen gekommen war (press-schlag.de berichtete).

Schwer natürlich andererseits zu entscheiden, wenn es sich wie in diesem Fall um 30 Personen handelt, die den Verein diskreditieren, aber in seiner Gänze nicht repräsentieren. Sanktionen durch die UEFA würden das Problem bei Partizan wohl nur verlagern, aber nicht lösen. Das ahnt man auch angesichts der politischen Reaktion des serbischen Präsidenten Boris Tadic – der erklärte bereits, den Täter erwarte die härteste Reaktion, die der serbische Staat zu bieten habe. Bei einer Anklage wegen Mordes könnten das bis zu 40 Jahren Haft sein. Vielleicht hätte man sich vorher bereits mal von politischer Seite um die Gewalttäter kümmern sollen, das Problem ist schließlich hinlänglich bekannt.

Fazit

Ein Ausschluss von Partizan aus dem laufenden Wettbewerb dürfte formaljuristisch schwer werden. Aber wer möchte sich vorstellen, dass am 03.12. serbische Anhänger – gewalttätig oder nicht – zum Rückspiel nach Toulouse reisen? Und das werden sie tun, selbst, wenn ein Reiseverbot für Partizan-Fans verhängt werden sollte. In dem Fall wären es sogar wohl nur die gewaltbereiten unter ihnen.

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